Nun ist das Werk vollendet - freuet euch in dem Herrn alle Wege Umbau der Kirche in den Jahren 2004 / 2005 Im Jahre 2004 war vom Bau- und Finanzausschuss der Gedanke ins Spiel gebracht worden, einen Teil des Kirchenraumes als Gemeinderaum abzutrennen und umzubauen. Der Kirchenvorstand organisierte eine große Sammelaktion. 1.100 Haushalte in Lunestedt und Hollen wurden um einen Beitrag gebeten und bekamen zum Dank einen "Ansgaribecher". Ziel des Umbaus sollte sein: Gehbehinderte können den Raum und eine Behinderten- Toilette zu ebener Erde erreichen und für Gruppen ist ein zweiter Gemeinderaum verfügbar. Nebenbei erhält die Kirche auch einen Mittelgang. In der zweiten Jahreshälfte 2005 wurden dem Amt für Landentwicklung Unterlagen eingereicht, um Mittel aus dem Programm "Förderung der Dorferneuerung, des Ortsbildes und des ländlichen Kulturerbes" zu bekommen. Heiligabend kam die Baugenehmigung. Statt der angepeilten 15.000 Euro kamen in der Kirchengemeinde fast 25.000 Euro an Spenden zusammen. Und im Februar wurden die Gelder aus dem Dorferneuerungsprogramm zugesagt. Bedingung war, dass die Bauarbeiten bis zum Sommer abgeschlossen sein müssten. Nun hat Pastor Claus Kühnast festgestellt: "Die Baumaßnahmen stehen kurz vor ihrer Vollendung, die ‚neue' Kirche kann wieder in Dienst genommen werden. Die Mitarbeiter der Firmen haben ihre Arbeit getan." In seiner Einladung zum Eröffnungsgottesdienst weist der Pastor auch auf die Arbeit vieler ehrenamtlicher und professioneller Mitarbeiter hin, die den Staubschutz der Orgel, Umarbeitung der Bänke oder den Kanalanschluss der neuen Toilette bewerkstelligt haben. Eine besonders harte Nuss war die Beseitigung der im Fußboden einbetonierten Bankverankerungen im hinteren Kirchenteil. "Freuet euch in dem Herrn allewege" hieß es in der St. Ansgari-Kirche Lunestedt zum zweiten Mal. Vor fast 40 Jahren hatte der damalige Landesbischof Hanns Lilje die Kirche unter diesem Wort geweiht. Jetzt stellte Superintendent Dieter Brandes seine Ansprache zur Einweihung nach dem Umbau wieder unter dieses Wort. Seit damals habe sich viel geändert. "Damals war die Zeit des Aufschwungs, man war jung und dynamisch und dachte weniger an ältere Menschen", meinte Brandes. Jetzt dächte man über die 42 Stufen nach, die den Alten im Gemeindezentrum abverlangt würden, wenn sie Veranstaltungen besuchen möchten. Deshalb habe der Kirchenvorstand den Umbau der Kirche beschlossen, der einen Teil der Kirche als Gemeinderaum abtrennbar macht. "Nun ist das Werk vollendet, freuet euch in dem Herrn alle Wege" rief der Superintendent den Lunestedtern zu. Gemeindeglieder fragten sich aber auch "Verändert der Umbau nicht zu sehr unsere Kirche?" Einige waren nicht glücklich damit und hatten, dezent genug - aber ausdrücklich, Trauerkleidung angezogen. Brandes bat: "Die sich mit dem Umbau nicht anfreunden können, bitte ich um Geduld." Er stimmte mit der versammelten Gemeinde das Lied "Freuet euch im Herrn und preiset seinen Namen, Halleluja!" an. Nach dem Gebet, dass "dieser Umbau unter den Schutz des dreieinigen Gottes gestellt" sein möge, segnete er Ein- und Ausgang. Eine Überraschung gab es: die Löwengruppe des Evangelischen Kindergartens hatte eine Kerze mit Inschrift gebastelt. Ingrid Hildebrandt und Edith Stelling übergaben sie an Pastor Claus Kühnast mit dem Wunsch, dass sie oft im Gottesdienst brennen möge. Kühnast erinnerte an die Geschichte des Gotteshauses. Er stellte heraus, dass sich der Charakter des Hauses nichts geändert habe, das man fast geduckt beträte und in dem der Blick durch das schräge Dach hinaufgelenkt würde zum Lobe Gottes. Aus dem Bericht einer Himalaja-Expedition zitierte der Pastor: "Wir müssen warten, bis die Seele nachgekommen ist!" Aber dann könnten sicher alle Gemeindeglieder wieder fröhlich werden. Der Kirchenvorstand dankte dem Bauausschuss- Vorsitzenden Claus Götjen für seine sehr engagierte Arbeit. In Grußworten äußerten sich die Landtagsabgeordneten David McAllister (CDU) und Claus Johannßen (SPD), sowie der Leiter des Amtes für Landentwicklung Siegfried Dierken, Samtgemeindebürgermeister Ulf Voigts, die Bürgermeister Manfred Woltmann (Lunestedt) und Dieter Lilkendey (Hollen). Vom kirchlichen Amt für Bau- und Kunstpflege überbrachte Klaus Lünstedt Gratulation, Geschenke und Gute Wünsche. Dörte Ringe von der benachbarten Kirchengemeinde Beverstedt zitierte ein Gesangbuchlied: "Vertrauen wagen, Schritte erwägen und Glauben bekennen wollen wir getrost, denn du Gott bist mit uns, dass wir leben."